Makrofotografie - Wat is datt?

Ein Ausflug in die faszinierende Welt dessen, was dem menschlichen Auge meist verborgen bleibt, führt uns direkt ins Reich der Makrofotografie. Sowohl in Flora und Fauna, aber auch im normalen Alltag gibt es Erstaunliches zu entdecken. Hier ist es der filigrane Blütenkelch einer Orchidee, dort ein Insekt oder ein einfacher Brotkrümel. Erst das Gebiet der Makrofotografie erschließt uns die wunderbare Welt des Kleinen.

Das Aufkommen der ersten Spiegelreflexkameras ermöglichte es den Fotografen in aller Welt erstmals, durch den Sucher genau das gleiche Bild zu sehen, wie die Kamera. Damit haben sich auch die Möglichkeiten, von beliebigen Objekten scharfe Aufnahmen zu erstellen, erheblich erweitert und erleichtert. Das gilt gerade auch für den Bereich der Nahaufnahme.

 

Was mich, sowohl bei der Nah- als auch Makrofotografie als auch bei der Lupenfotografie so fasziniert, ist die Tatsache, daß ich mich dem Thema zu jeder Jahres/Tageszeit sowie geographisch unabhängig widmen kann. Überall kann ich auf Fotosafari gehen,  im Wald, im eigenen Garten und sogar im Haus. Und das Beste ist, daß nahezu jedes Motiv für dieses Gebiet geeignet ist. Jedes Material, egal ob Textil, Metall, Kunststoff, Papier oder Glas, enthüllt aus der Nähe betrachtet eindruckvolle Farben, Formen und Strukturen. Eine Landschaft zu fotografieren ist vergleichsweise leicht, doch eine “Landschaft im Kleinen” abzubilden ist schon etwas schwieriger. Doch man muß kein Magier sein, um gute Makrofotos zu machen, ohne entsprechende Ausrüstung geht es allerdings nicht.

 

Der Begriff “Makro” hat in der Fotografie bis Heute große Verwirrung gestiftet.. Zum einen wird er von den Herstellern von Objektiven recht willkürlich zur Vermarktung von Objektiven eingesetzt: Jedes Objektiv, das man auf eine kürzere Entfernung einstellen kann, erhält irgendwo die Kennzeichnung “Makro”.

 

In der herkömmlichen Nahfotografie geht es um Abbildungsverhältnisse von 1 : 20 (”Vergrößerung” 1/20 der Originalgröße) bis 1 : 1 (Abbildung in natürlicher Größe) auf den Film. Die Bezeichnung “Makrofotografie” bezieht sich demgegenüber nur auf den Bereich des Abbildungsmaßstabes von 1 : 1 bis hin zu 25facher Vergrößerung. Die 1.Generation sogenannter Makroobjektive bot ohne Zwischenringe ein Abbildungsverhältnis von 1 : 2, so daß der Begriff “Makro” i.d.R. für Vergrößerungen um den Faktor 0,5 und mehr verwendet wird. In der Lupenfotografie, der ich eine eigenes Kapitel eingeräumt habe, kommen Spezialobjektive zum Einsatz, mit denen 25-100-fache Vergrößerungen realisiert werden können. Oberhalb dieses Bereichs beginnt das Einsatzgebiet des Mikroskops.

 

Als Makro bezeichnen wir ganz allgemein gesprochen Bilder, die mit dem Normalobjektiv nicht mehr formatfüllend abgebildet werden können. Die  Aufnahmedistanz eines Normalobjektivs liegt bei etwa 50 cm. Alles, was näher liegt benötigt Zubehör, das man mit dem Zusatz “Makro” umschreiben kann.

 

Betrachten wir noch mal die Bedeutung der Verhältniszahlen: 1 : 3 heißt, daß ein Objekt 3 x kleiner als in Wirklichkeit erscheint. Der Umgekehrte Fall 3 : 1 würde das Objekt 3 x größer als in Wirklichkeit erscheinen lassen. Ein in der Realität 5 mm großes Insekt würde auf einem Kleinbild-Dia (24 x 36 mm) in einer Größe von 15 mm abgebildet. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Abbildungsmaßstab, dem Größenverhältnis zwischen einem Objekt und seiner Abbildung auf der Filmebene. Die Schärfentiefe nimmt mit dem jeweiligen Vergrößerungsmaßstab ab. Sie beträgt meist nur wenige Millimeter oder gar Bruchteile davon. Es ist deshalb wichtig, die Schärfe selektiv zu bestimmen und auch im Sucher zu kontrollieren, weshalb nur Spiegelreflexkameras für die

Makrofotografie geeignet sind.

 

Welche Ausrüstung ist erforderlich?

 

  • Spiegelreflexkamera (analog oder digital)

  • Falls nur Normalobjektiv vorhanden, Nah-Vorsatzlinsen, Zwischenringe, Umkehrring (für Normalobjektiv in Retrostellung)

  • Spezielles Makroobjektiv

  • evtl. Balgengerät

  • evtl. Winkelsucher (für Aufnahmen in Bodennähe) oder Lupensucher

  • Stativ

  • Systemblitz, am besten ein spezieller Makroblitz

Ohne gewisse Grundkenntnisse, kommt man in der Makrofotografie nicht weiter. Aber wie bei allen Dingen im Leben ist “learning by doing” die

beste Methode um sowohl seine eigenen Fähigkeiten zu optimieren, als auch einen eigenen Stil zu entwickeln. Es ist von daher sicher empfehlenswert, empirisch ermittelte Resultate festzuhalten, damit sie später wieder verwendet werden können. Hilfreich ist dabei sicher eine digitale Spiegelreflex, da sie zum einen direkten Zugang zu den Aufnahmen gestattet, als auch die Aufnahmesituation aufzeichnet. Ich glaube, in kaum einem Bereich ist die Digitalkamera wertvoller als in der doch häufig recht experimentellen Makro- und Lupenfotografie.

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